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Hallo liebe Segelflieger vom SFC-RIED. Hier soll etwas hilfreiches für uns entstehen. Eine zwanglose Sammlung von Flugberichten. Jeder der Lust hat, ist eingeladen seine Erfahrungen (postive und auch negative) beim Segelfliegen anderen hier im blog weiterzugeben. Sei es ein 1000er aus LOLK oder ein Absaufer in Bad Ischl. Wir können alle von unseren Erfahrungen lernen und so besser und sicherer fliegen.





Donnerstag, 1. Juli 2010

A geh weida oder „Der Boden der Realität“

Nachdem auch ich schneller als mir lieb war dem Club der Auserwählten beitreten durfte, folgt hier der Bericht zu meiner Außenlandung vom 27.06.2010 in Leitrachstetten bei Höhnhart:

Die Prognosen waren nicht so schlecht, daher überlegte ich mir bereits am Vorabend, dass ich am Sonntag ein wenig fliegen will (mehr wurde es ja dann auch nicht) Am nächsten Morgen war bei mir zuhause jedoch so gut wie keine Wolke am Himmel zu sehen, sodass ich mich schon auf einen Rundflug im Falken einstellte.

Bei der Anfahrt zum Flugplatz sah ich dann Fritz mit der ASH aufsteigen – nun gut, die hat ja auch einen Motor dachte ich mir. Tom und Erwin folgten mit der 1000er und Paul und Martin machten gerade die LS4´s klar.

Astir, Twin und Ka8 waren noch im Hangar, ich hätte also freie Wahl. Südlich des Platzes über dem Wald war es bereits stark am Aufquellen und so entschloss ich mich - nach kurzem Zögern - doch in den Astir zu steigen. Die letzten Flüge waren für meine Verhältnisse schon ganz gut verlaufen. Ich konnte mich jeweils ein paar Stunden oben halten und auch schon die nähere Umgebung des Platzes inklusive den Ausläufern des Kobernaußerwaldes erkunden und ohne Probleme zum Platz zurückkehren. Warum sollte es also heute nicht funktionieren ? Und irgendwann hatte ich ja sowieso einmal vor den Platz zu verlassen.

Gesagt getan. Ich half Martin und Paul noch beim Start und da Martin dann bald wieder zurückkehrte, konnte er mir dann ebenso behilflich sein. Der Schleppflug verlief ohne Probleme, ich ließ mich von Toni Burgstaller auf 1200m über Platzhöhe schleppen damit ich ein wenig Reserve für die Aufwindsuche habe (leider zuwenig) Nach dem Ausklinken ging es gleich mal ordentlich nach unten, bevor ich dann zumindest meine Höhe halten konnte. Leider war es aber so, dass ich die Höhe, die ich auf einem Halbkreis gewinnen konnte, ziemlich genau am anderen Halbkreis wieder verlor und ich dieses Problem auch durch meine Korrekturversuche nicht lösen konnte.

Ich wechselte also die Position und konnte nach kurzer Zeit einen wahrscheinlich ganz guten Bart ausfindig machen und ein wenig Höhe gewinnen. Leider wollte der aber auch keine dauerhafte Beziehung mit mir eingehen, sodass ich mich früher oder später erneut in einer kontinuierlichen Abwärtsbewegung wiederfand. Paul kurbelte unweit von mir in einem 2m-Bart und gab mir über Funk Bescheid. Am Weg dorthin hob es mich noch einmal ganz ordentlich nach oben, wodurch ich mich zu einem weiteren (erfolglosen) Einkreisen verleiten ließ. Als ich dann den von Paul genutzten Aufwind suchte, war ich entweder schon zu tief oder ich habe ihn seitlich verfehlt – was meine Lage verständlicherweise nicht gerade verbesserte. Zu allem Übel war auch mein PDA wieder einmal abgestürzt, sodass ich ohne genauen Kurs bzw. nach den mir bekannten Orientierungspunkten heimwärts fliegen wollte. Vielleicht geht ja über dem bewaldeten Höhenrücken vor mir noch was dachte ich mir –Fehlanzeige. Hier hätte ich definitiv nicht mehr einkreisen sollen – sei´s drum.

Mittlerweile war mir schon relativ klar, dass nun wohl wirklich meine erste Außenlandung anstand. Ich flog noch über Maria Schmolln hinweg und hielt bereits nach einer geeigneten Wiese Ausschau, welche ich dann schließlich westlich von Höhnhart zu finden glaubte. Frisch gemäht (und leider gedüngt), ohne Gräben und Stromleitungen, unweit einer Straße – passt, die nehm ich. Im Queranflug baute ich noch ordentlich Höhe ab und bemerkte leider beim Eindrehen in den Endanflug ein doch recht ordentliches Gefälle sowie eine mordsmäßige Senke vor meiner Wiese. Klappen rein und über die Senke hinweg auf der Wiese aufgesetzt – ging alles ganz gut. Leider konnte ich (wie Eric auch) beim Ausrollen den Bodenkontakt der hangseitigen Fläche nicht vermeiden, sodass es mich letztendlich noch mit geringer Fahrt um gut 90° gedreht hat (wenigstens konnte ich so den Eindruck einer schulmäßigen Bergauflandung vermitteln *g*)

Nachdem ich gottlob weder an mir noch am Astir bleibende Schäden feststellen konnte, machte ich mich auf den Weg zum nicht weit entfernten Bauernhof (leider dachte ich vorerst nicht an den ELT-Reset), wo mir nach einiger Zeit eine doch sehr betagte Dame öffnete. Unglücklicherweise konnte ich sie trotz mehrerer Versuche nicht davon überzeugen, dass ich mit einem Flugzeug auf der Wiese hinter Ihrem Hof gelandet war. Dafür glaubte ich Ihr dann Ihre Ortsangabe nicht, da sie sich dabei doch relativ unsicher war (wie mir ihre später am Flugzeug eintreffende Tochter berichtete, hat die Frau ein stolzes Alter von 93 Jahren – es sei Ihr also verziehen…) Beim Verlassen des Hofes dachte ich dann endlich auch an den ELT-Reset, welchen ich dann auch gleich durchführte.

Zwischenzeitlich hatte an der nahen Kreuzung ein Cabrio angehalten – der erste Neugierige dachte ich mir. Dem war allerdings nicht so, da der Fahrer ein Kollege aus Kirchdorf war und wir mithilfe seiner genauen Straßenkarte endlich meine Position exakt bestimmen konnten (Danke an den Unbekannten !)

Nachdem ich am Flugplatz angerufen hatte, dauerte es dann auch nicht sehr lange, bis das Rückholteam eintraf. Obwohl keiner von uns bisher beim Abbauen des Astirs dabei war, ging es eigentlich recht schnell. Nur das Einräumen in den Hänger machte uns etwas mehr Probleme, aber nach einigen Versuchen schafften wir´s dann doch und brachten den Flieger wieder zurück nach Kirchheim.

Alles in allem war es für mich (d.h. bei meinem derzeitigen fliegerischen Können) sicherlich die richtige Entscheidung, die Außenlandung durchzuführen. Mit mehr Routine hätte ich LOLK wahrscheinlich problemlos erreicht – dieses Risiko wollte ich aber nicht eingehen.

Wie auch schon in anderen Berichten erwähnt, ist eine Außenlandung keine Hexerei wenn man sich früh genug darauf einstellt. Dass es gefährlicher ist als am Platz zu landen ist auch klar; ebenso dass ich noch einige Dinge besser machen kann.

Abschließend noch vielen Dank an die Rückholer Burgstaller Anton, Peer Peter und Weissenbrunner Kurt. Ebenso an Komzak Pavol, Aichriedler Martin sen., Klein Peter und Pumberger Tom die beim Aufbauen halfen sowie allen, die sonst noch irgendwie beteiligt waren. Danke !

P.S.: Wenn jemand mal einen Platz in einem Doppelsitzer frei hat – ich würde gerne mal mitfliegen. Muss nicht gleich bis in die Schweiz sein, ein paar Stunden reichen auch. Nur damit ich weiß, wie „streckenflugtauglich“ ich wirklich bin bzw. um dazuzulernen. Bei mir geht´s tw. auch wochentags…

1 Kommentar:

  1. Gratulation zur ersten Aussenlandung!!!

    Das Gefühl, daß es eigentlich gehen müsste, aber man nichts zentrieren kann, kenn ich. Das hat auch zu meiner Außenlandung geführt*g*.
    Seitdem bin ich ein feiger Hund geworden und schau daß ich zu Beginn in Platznähe gleich mal aufdrehen kann, da ich nicht so bald an die Rückkehr denken muss und es vor allem ein wenig Vertrauen in das Wetter schafft. Außerdem kann man am Platz super üben sich wieder auszugraben, ohne Angst vor einer Außenlandung haben zu müssen. Was mir Benni geraten hat ist, als Rookies wie wir es sind, etwas später als die Pro's zu starten, da meistens die Thermik schon viel besser entwickelt ist, und die anderen dir evtl. sogar Bärte markieren können.

    P.S.: So einen DoSi-Flug möchte ich auch wieder mal machen um evtl. unsere Alpen ein wenig kennenzulernen.

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